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Wikinger (Kelten, Germanen)

Kurze Infos zu den Wikingern.

Der Goldschatz von Hiddensee

Um den Goldschatz von Hiddensee ranken sich viele Geschichten und Legenden bezüglich seiner Fundumstände. Er wurde in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts nach einer Sturmflut auf Hiddensee gefunden und besteht aus fast 600g nahezu reinem Gold und war ursprünglich vermutlich noch viel umfassender als uns heute bekannt ist. Der erhaltene Teil des Schatzes besteht aus einem Halsring, zehn kreuzförmigen Anhängern, einer Scheibenfibel und vier Zwischengliedern. Die größeren Teile sind fast handtellergroß!

 

Wie eingangs bereits erwähnt, sind die Fundumstände ziemlich mysteriös. Angeblich wurde der Schatz nach einer Sturmflut gefunden - jedoch nicht im Ganzen! Vielmehr blieb den Hiddenseern das Glück über einen Zeitraum von 19 Monaten hold. Immer wieder, so wird behauptet, wurde mal ein Stück gefunden. Mal lag es eingefroren in einem Eisklumpen, mal ganz offensichtlich am Strand. Wieder ein anderes Mal trat eine Kuh ein Schmuckstück los. Auch wird berichtet, dass mal ein Schmuckstück gefunden und zu anderen Fundstücken und Treibholz auf die Fensterbank gelegt wurde, wo es beim Besuch vom verdutzten Sohn entdeckt wurde. Wieder eine andere Sage berichtet, dass ein unwissender Inselbewohner damit seine Handwerkerrechnung bezahlte und der Wert der Bezahlung erst später auffiel. Wenn das nicht mal Zufall ist!

Beim Fund des Halsreifens fiel auf, dass dieser doppelt gefaltet war, was auf eine ursprüngliche Deponierung in einem runden Gefäß mit einer Öffnung von ca. 8cm hinweist.

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie ein Schatzfund, der vermutlich ursprünglich in einem Gefäß deponiert und versteckt wurde, über eine ganze Insel verstreut wiederentdeckt werden kann.

 

Erst in jüngster Zeit deuten Claudia Hoffmann und Andreas Grüger vom Kulturhistorischen Museum in Stralsund am Rande und sehr vorsichtig an, dass die bisherige Fundtheorie nicht unbedingt stimmen muss: "Wenn man sich an Baiers Thesen orientiert, dann scheint festzustehen, dass der Goldschmuck auf der Insel Hiddensee ans Tageslicht kam. Dort war er wahrscheinlich ursprünglich vergraben oder in einem Binnensee versenkt worden." (Wikingergold auf Hiddensee, Hinstorff-Verlag 2010, S. 58).

Auf Seite 63 werden die Autoren etwas deutlicher: "Fraglich bleibt bis heute, ob der gesamte Schatz wirklich stückweise geborgen oder vielleicht doch auf einmal gefunden, dann aber Stück für Stück verkauft worden ist." 

Laut Autor des Berichts auf reiseland-mecklenburg.de scheint realistischer die Annahme zu sein, dass die Sturmflut genutzt wurde, um den wertvollen Fund, der möglicherweise schon länger von den Inselbewohnern versteckt worden war - zu legalisieren. Für diese Annahme spräche auch, dass es gerade zu jener Zeit eine Veränderung des Strandrechts geben sollte, die eine Verwertung durch den Finder weiter erschwert hätte. Die Sturmflut habe sich daher vielleicht als letzte Gelegenheit, den Schatz als Strandgut zu deklarieren, an dem der Finder dann einen gewissen Anteil hatte, angeboten.

 

Unklar ist auch, wie der Schatz überhaupt nach Hiddensee gelangt ist. Nach neueren Erkenntnissen stammt der Schmuck aus der Zeit um 970 und datiert in die Zeit der Wikinger.

Die gängigste Theorie ist, dass der Schatz dem dänisch-norwegischen König Harald Blauzahn gehört habe. Eine seiner Frauen war vermutlich die Obotritenprinzessin Tove von Mecklenburg, also eine Slawin. Harald Blauzahn starb wahrscheinlich am 1.11.987 an einer Verletzung in oder bei Wollin (Wolin). Die Datierung würde also zum Herstellungszeitraum passen [Quelle].

 

Heute wird eine originalgetreue Replik des Schmuckfundes im Kulturhistorischen Museum von Stralsund ausgestellt. Aufgrund seiner Einzigartigkeit und dadurch Kostbarkeit wird das Original aus Sicherheitsgründen nur zu besonderen Anlässen gezeigt.

 

Beschreibungen zu den Schmuckstücken:

Der Halsring besteht aus vier Golddrähten, die miteinander verdrillt sind. Die Enden sind geplättet und punziert. Der Durchmesser des massiven Rings beträgt 12,5 Zentimeter, die Enden sind als Haken-Ösen-Verschluss ausgeführt.

 

Die Hängekreuze tragen als Hauptmotiv einen Vogelkopf. Diese Dekore wurden mit Modeln aufgepresst. Interessanterweise wurden diese Modeln im Hafen von Haithabu (Schleswig) entdeckt und können dort im Museum betrachtet werden (siehe Foto oben). Der Schmuck weist reiche Verzierungen mit Filigranen und Granulationen auf. Die Anhänger sind mit Filigranflechtband verziert. Die sechs großen Anhänger sind sehr ähnlich ausgeführt. Von den kleineren Anhängern ähneln zwei den größeren Stücken, die anderen beiden sind reich granuliert. Diese Technik erfordert höchstes handwerkliches Können und geriet für Jahrhunderte wieder in Vergessenheit. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben, unabhängig von einander, verschiedene Goldschmiede diese Technik wiederentdeckt. Die bekannteste von ihnen ist Elisabeth Treskow.

 

Die Scheibenfibel ist auf ihrer Schauseite reich mit nordischen Tierornamenten verziert. Ihr Zentrum bildet eine kreuzförmige Zelle. Vier miteinander verschlungene Tiere berühren die Zwickel des Kreuzes mit ihren Schnäbeln. Die Scheibe wird von drei geperlten, filigranen Drähten eingefasst. Die blanke Rückseite weist Reste der Halterung auf.

 

Die vier Zwischenglieder sind aus dünnem Goldblech gefertigte Hohlkörper, sie sind granuliert. Sie stellten wahrscheinlich Abstandhalter zwischen den Hängekreuzen dar. Da sie in den vorhandenen Stücken jedoch nicht passgenau sind, ist davon auszugehen, dass zum Schmuck ursprünglich weitere Teile gehörten.

Die Kombination aus dem Material und den Schmuckformen weist diesen Schmuck als Besonderheit aus; vergleichbare Stücke wurden nur noch in Haithabu und York gefunden.



 



NEWS

 

26.01.2018 - Theodor Herbstrith Pforzheim hinzugefügt

 

23.01.201 - W Christoph Widmann Pforzheim hinzugefügt

 

10.11.2017 - KH Kit Heath Jewellery (Großbritannien) eingepflegt

 

3.10.2017 - J&R Cly Zuni im Bereich Amerika (USA) hinzugefügt

 

29.08.2017 - Norway BM hinzugefügt

 

11.08.2017 - Vollständiger Bericht über Hein Meyer steht zum Download bereit

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